• 0 Posts
  • 9 Comments
Joined 10 months ago
cake
Cake day: June 24th, 2024

help-circle
  • Ironischer Weise wird das die alten weißen Männer zuerst “fickt”. Nur nicht so wie sie sich das wünschen.

    Denn: Das trifft verstärkt auf die Medizin zu - über 70% der AbsolventInnen der Medizinuniversitäten sind weiblich. Da wir es aber in Deutschland mit Gleichberechtigung noch nicht so wirklich haben, schon gar nicht in der Medizin und es quasi auch keine Schichtdienst-kompatibele Kinderbetreuung gibt, sorgt das einerseits dafür,dass junge Frauen in der Medizin deutlich weniger Kinder kriegen als vergleichbare Gruppen (*), aber auch,dass diejenigen die Kinder kriegen nur vermindert, verzögert oder gar nicht in den Beruf zurück kehren. Diese fehlen dann in die Versorgung massiv, auch weil Frauen mit Kindern tendenziell weniger bereit sind sich in Praxen niederzulassen.

    Und wer braucht die zuerst? Genau. Alte weiße Männer. Betrifft übrigens auch die ganzen alten weißen Männer in der Medizin,die nun heulen,dass ihre Praxen keine Nachfolger finden (aka sie nicht die Ablöse für veraltetes Equipment und ihren KV Sitz kriegen) .



  • Vorab: Hüft- und KnieOPs sind keine Spezialfälle sondern chirurgisches Tagesgeschäft aus der sich kleine Kliniken finanzieren. Sie zu bündeln macht zwar auch fachlich Sinn, da sehr hohe Frequenzen auch hier besseres Outcome ergeben, aber das ist wie gesagt sehr “unaufgeregt” und tatsächlich fast überall ansiedelbar.

    Aber back to topic: Notfälle sind die eigentlichen Spezialfälle - denn sie sind traditionell komplex, erfordern die Vorhaltung von interdisziplinären Teams 24/7 und dieses muss eben geübt sein in dem was es tut. Sprich: Das Krankenhaus alle 20 Minuten bringt hier gar nix. Nicht einmal im Ansatz. Es ist daher vollkommen egal,ob das nächste KH 20min weg ist, wenn es sich dabei nicht um eines der zu bildenden/existierenden Zentren handelt. Und diese sind eben, aufgrund der notwendigen Fallzahlen, rar gesäht. Deine Kritik das ein Teil der Bevölkerung an dem 20 Minuten Satz ausgelassen wird ist daher also nicht valid - weil der Gesamtsatz von wegen “im Notfall in 20min” schon nicht valide ist und schlichtweg Schlangenöl zur Befriedung der Bevölkerung.

    Um es einmal am Beispiel des Schlaganfalls deutlich zu machen: Für einen Schlaganfall benötige ich als Klinik derzeit mind…eine Teleneurologie, also eine Stroke Unit die telemedizinisch und teleradiologisch an die notwendigen Fachabteilungen angebunden ist ,diese aber nicht selber vorhält. Das kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, wir erleben aber aus Finanzierungs- und “Pfründe sichern” Mentalität aber eben auch,dass solche Tele-Stroke Units in Bereichen aufploppen in denen die Versorgung auf höherem Niveau in akzeptabler Zeit (Stand sind hier aktuell mind. 60min,eher mehr) gegeben wäre. Denn: Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau benötigt eine Fachabteilung für Neurologie, Radiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie inkl. der dazugehörigen Infrastruktur. Stattdessen landen die Patienten nun im “Wald- und WiesenKH” mit Tele-Stroke und wenig Erfahrung sowie fehlender spezialisierter Nachsorge. Und wenn sie doch mehr haben werden sie Stunden später mit großem Aufwand und oft schlechtem Ergebnis transferiert.



  • Nein. Das macht Sinn und wissenschaftlicher Stand. Wir können rein technisch nicht ein gleichwertiges Versorgungssystem im ganzen Land vorhalten. Das ist weder finanziell möglich, noch personell noch qualitativ. Das ist auch schlicht nicht notwendig - Die “Nähe zum Krankenhaus” ist medizinisch gesehen reine Gefühlsdusselei und hat schlichtweg keine Grundlage - es braucht das “richtige” Krankenhaus. Und das sind eben nicht die kleinen Dorfklitschen sondern die zentralisierten Versorger mit hohen Fallzahlen. Dafür darf die Entfernung auch größer sein als wir lange dachten und es ist dann trotzdem besser für das Überleben - der Rettungsdienst fährt also im Zweifelsfall am Haus um die Ecke vorbei. Zu Recht.

    Also setzt man die Versorgungsschwerpunkte so,dass möglichst viele Menschen von Ihnen erfasst werden. Im Sauerland werde ich also ggf. keine interventionelle Neuroneurologie finden. Wenn ich dafür aber in Düsseldorf und Köln die Leute besser versorgt sind. Weil ich dort eben 2 Millionen Menschen versorge und im Sauerland halt deutlich weniger.


  • Vielleicht sollte man die Kehler daran erinnern,dass die letzten Malariafälle noch 1948 vor ihrer Haustür auftraten und das Anopheles Mücken Kulturfolger von Tigermücken sind.

    Oder das es bis nach dem zweiten Weltkrieg in den Rheingemeinden bei bestimmten Wetterlagen im Frühjahr und Sommer insbesondere in den Abendstunden quasi unmöglich war,vor die Tür zu gehen.

    Oder das der Move ein richtiger Arschlecken Move gegenüber den Nachbarn ist - Die Viecher wandern nämlich bis zu 30km weit.

    Oder vielleicht erklärt ihnen auch jemand,dass der Hinweis mit der “privaten Verantwortung” Bullshit-Strohmanntum ist,da die Mehrheit der Tiere in Flächen aufwächst die im Verantwortungsbereich der Stadt Kehl liegen. Die nun aber auch nicht mehr bekämpft werden.

    Oder vielleicht erklärt ihnen auch jemand,dass es im Falle einer endemischen Einschleppung von Malaria(gut,dass ist ja Anop.), Westnil, Dengue, Chikungunyafieber, St Louisfieber, Gelbfieber oder Zikka zu Eradikations-Bemühungen kommen wird (da gesetzlich vorgeschrieben und dann von Regierungspräsidium geleitet) die alleine Kehl Millionen pro Jahr kosten würden.

    Aber hey, Hauptsache bei einem Haushalt von 125.000.000€ die 0,2% für Public Health gespart. (Die man sogar in Teilen noch gefördert kriegt wenn man nicht vergessen würde selbige zu beantragen) Vom Geld was der Betriebshof Kehl kostet könnte man das Programm übrigens mehrere Jahrzehnte betreiben.

    Fuck public health, fuck science,nicht wahr? Die kleinen Lokalpolitikerchen wissen es mal wieder besser. Meinen die echt wir in “Public Health” machen das zum Spaß?

    PS: Ich hab mir übrigens von den Mistviechern in Italien Westnil geholt. Wäre ich heim gereist und am Rhein gestochen worden…tja…nun…