Nein. Das macht Sinn und wissenschaftlicher Stand.
Wir können rein technisch nicht ein gleichwertiges Versorgungssystem im ganzen Land vorhalten. Das ist weder finanziell möglich, noch personell noch qualitativ.
Das ist auch schlicht nicht notwendig - Die “Nähe zum Krankenhaus” ist medizinisch gesehen reine Gefühlsdusselei und hat schlichtweg keine Grundlage - es braucht das “richtige” Krankenhaus. Und das sind eben nicht die kleinen Dorfklitschen sondern die zentralisierten Versorger mit hohen Fallzahlen. Dafür darf die Entfernung auch größer sein als wir lange dachten und es ist dann trotzdem besser für das Überleben - der Rettungsdienst fährt also im Zweifelsfall am Haus um die Ecke vorbei. Zu Recht.
Also setzt man die Versorgungsschwerpunkte so,dass möglichst viele Menschen von Ihnen erfasst werden.
Im Sauerland werde ich also ggf. keine interventionelle Neuroneurologie finden. Wenn ich dafür aber in Düsseldorf und Köln die Leute besser versorgt sind. Weil ich dort eben 2 Millionen Menschen versorge und im Sauerland halt deutlich weniger.
Es geht mir aber um die Polemik, Herr Wissenschaftler.
Hast du überhaupt den ganzen Absatz gelesen? Was du so blumig erklärst ist darin schon enthalten:
Nicht jedes Haus soll alles anbieten. Das ist im Kern die Idee der Reform von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Zwar soll nach wie vor im Notfall ein Krankenhaus in 20 Autominuten erreichbar sein, zumindest für den Großteil der Einwohner im Land. Doch spezielle und vor allem planbare Eingriffe wie Hüft- und Knie-OPs oder bestimmte Krebsarten werden nun stark gebündelt.
Das heisst also dass die von dir erwähnten Spezialfälle durchaus wesentlich weiter weg liegen können.
Vorab: Hüft- und KnieOPs sind keine Spezialfälle sondern chirurgisches Tagesgeschäft aus der sich kleine Kliniken finanzieren. Sie zu bündeln macht zwar auch fachlich Sinn, da sehr hohe Frequenzen auch hier besseres Outcome ergeben, aber das ist wie gesagt sehr “unaufgeregt” und tatsächlich fast überall ansiedelbar.
Aber back to topic:
Notfälle sind die eigentlichen Spezialfälle - denn sie sind traditionell komplex, erfordern die Vorhaltung von interdisziplinären Teams 24/7 und dieses muss eben geübt sein in dem was es tut.
Sprich: Das Krankenhaus alle 20 Minuten bringt hier gar nix. Nicht einmal im Ansatz.
Es ist daher vollkommen egal,ob das nächste KH 20min weg ist, wenn es sich dabei nicht um eines der zu bildenden/existierenden Zentren handelt. Und diese sind eben, aufgrund der notwendigen Fallzahlen, rar gesäht.
Deine Kritik das ein Teil der Bevölkerung an dem 20 Minuten Satz ausgelassen wird ist daher also nicht valid - weil der Gesamtsatz von wegen “im Notfall in 20min” schon nicht valide ist und schlichtweg Schlangenöl zur Befriedung der Bevölkerung.
Um es einmal am Beispiel des Schlaganfalls deutlich zu machen:
Für einen Schlaganfall benötige ich als Klinik derzeit mind…eine Teleneurologie, also eine Stroke Unit die telemedizinisch und teleradiologisch an die notwendigen Fachabteilungen angebunden ist ,diese aber nicht selber vorhält.
Das kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, wir erleben aber aus Finanzierungs- und “Pfründe sichern” Mentalität aber eben auch,dass solche Tele-Stroke Units in Bereichen aufploppen in denen die Versorgung auf höherem Niveau in akzeptabler Zeit (Stand sind hier aktuell mind. 60min,eher mehr) gegeben wäre.
Denn: Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau benötigt eine Fachabteilung für Neurologie, Radiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie inkl. der dazugehörigen Infrastruktur.
Stattdessen landen die Patienten nun im “Wald- und WiesenKH” mit Tele-Stroke und wenig Erfahrung sowie fehlender spezialisierter Nachsorge. Und wenn sie doch mehr haben werden sie Stunden später mit großem Aufwand und oft schlechtem Ergebnis transferiert.
Der Nachsatz ist der Knaller. Genauso sinnfrei könnte man schreiben “für alle die im Umkreis von 20 Autominuten um ein Krankenhaus leben”.
Politiker, dein Geschwafel ist durchschaubar.
Nein. Das macht Sinn und wissenschaftlicher Stand. Wir können rein technisch nicht ein gleichwertiges Versorgungssystem im ganzen Land vorhalten. Das ist weder finanziell möglich, noch personell noch qualitativ. Das ist auch schlicht nicht notwendig - Die “Nähe zum Krankenhaus” ist medizinisch gesehen reine Gefühlsdusselei und hat schlichtweg keine Grundlage - es braucht das “richtige” Krankenhaus. Und das sind eben nicht die kleinen Dorfklitschen sondern die zentralisierten Versorger mit hohen Fallzahlen. Dafür darf die Entfernung auch größer sein als wir lange dachten und es ist dann trotzdem besser für das Überleben - der Rettungsdienst fährt also im Zweifelsfall am Haus um die Ecke vorbei. Zu Recht.
Also setzt man die Versorgungsschwerpunkte so,dass möglichst viele Menschen von Ihnen erfasst werden. Im Sauerland werde ich also ggf. keine interventionelle Neuroneurologie finden. Wenn ich dafür aber in Düsseldorf und Köln die Leute besser versorgt sind. Weil ich dort eben 2 Millionen Menschen versorge und im Sauerland halt deutlich weniger.
Es geht mir aber um die Polemik, Herr Wissenschaftler.
Hast du überhaupt den ganzen Absatz gelesen? Was du so blumig erklärst ist darin schon enthalten:
Das heisst also dass die von dir erwähnten Spezialfälle durchaus wesentlich weiter weg liegen können.
Vorab: Hüft- und KnieOPs sind keine Spezialfälle sondern chirurgisches Tagesgeschäft aus der sich kleine Kliniken finanzieren. Sie zu bündeln macht zwar auch fachlich Sinn, da sehr hohe Frequenzen auch hier besseres Outcome ergeben, aber das ist wie gesagt sehr “unaufgeregt” und tatsächlich fast überall ansiedelbar.
Aber back to topic: Notfälle sind die eigentlichen Spezialfälle - denn sie sind traditionell komplex, erfordern die Vorhaltung von interdisziplinären Teams 24/7 und dieses muss eben geübt sein in dem was es tut. Sprich: Das Krankenhaus alle 20 Minuten bringt hier gar nix. Nicht einmal im Ansatz. Es ist daher vollkommen egal,ob das nächste KH 20min weg ist, wenn es sich dabei nicht um eines der zu bildenden/existierenden Zentren handelt. Und diese sind eben, aufgrund der notwendigen Fallzahlen, rar gesäht. Deine Kritik das ein Teil der Bevölkerung an dem 20 Minuten Satz ausgelassen wird ist daher also nicht valid - weil der Gesamtsatz von wegen “im Notfall in 20min” schon nicht valide ist und schlichtweg Schlangenöl zur Befriedung der Bevölkerung.
Um es einmal am Beispiel des Schlaganfalls deutlich zu machen: Für einen Schlaganfall benötige ich als Klinik derzeit mind…eine Teleneurologie, also eine Stroke Unit die telemedizinisch und teleradiologisch an die notwendigen Fachabteilungen angebunden ist ,diese aber nicht selber vorhält. Das kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, wir erleben aber aus Finanzierungs- und “Pfründe sichern” Mentalität aber eben auch,dass solche Tele-Stroke Units in Bereichen aufploppen in denen die Versorgung auf höherem Niveau in akzeptabler Zeit (Stand sind hier aktuell mind. 60min,eher mehr) gegeben wäre. Denn: Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau benötigt eine Fachabteilung für Neurologie, Radiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie inkl. der dazugehörigen Infrastruktur. Stattdessen landen die Patienten nun im “Wald- und WiesenKH” mit Tele-Stroke und wenig Erfahrung sowie fehlender spezialisierter Nachsorge. Und wenn sie doch mehr haben werden sie Stunden später mit großem Aufwand und oft schlechtem Ergebnis transferiert.