Aaah, Wirtschaftswissenschaftler*innen, die aus ihren neoliberalen Studiengängen heraus gesamtgesellschaftliche Plattitüden über Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der „jungen Leute“ verbreiten. Habt ihr nichts Neues auf Lager?
Vor 10 Jahren haben n-tv etc. noch vernünftiges Deutsch verwendet.
Aber ja, das Niveau sinkt in der Tat, aber das kommt schon von den Schulen. Allein während meines Studiums wurden die Anforderungen massiv gesenkt.
Ich bin auch für weniger Akademiker, vor allem da es viele Berufe gibt, die besser durch Ausbildung erlernt werden. Zudem haben viele Studenten das Problem, nicht wirklich Praktisches erlernt zu haben. Das liegt am falschen Verständnis darüber, was “studieren” bedeutet.
Für mich sind Akademiker nicht besser oder wichtiger als Berufsausgebildete. Und es sagt auch nichts über Intelligenz und Leistungsvermögen aus. Leider sieht die Gesellschaft das in großen Teilen anders
Kann nur anekdotisch berichten. Bin am ende des masters eines Naturwissenschaftlichen Ingenieur Studiengangs. Die Studierenden die sich wirklich mit dem zeug beschäftigen wollen, kann ich an einer Hand abzählen. Das ist meine härteste Erkenntnis.
Echt jetzt? Beruhen ihre Erkenntnisse auf Studien oder auf ihre persönliche Beobachtung vor Ort? Wobei zu lesen ist: “Studien aus den vergangenen Jahren zeigen, dass Studienabsolventen immer schneller von ihrem ersten und zweiten Arbeitsplatz gekündigt werden, weil ihnen persönliche und fachliche Fähigkeiten fehlen.” 👩🎓 👨🎓
Im Moment bemisst sich der Finanzhaushalt der Hochschulen an der Anzahl ihrer Studierenden. Deshalb wird keine Hochschule anfangen, darüber nachzudenken, weniger Studenten aufzunehmen.
Das erklärt erst mal Vieles.
wir sollten uns genauer überlegen, wen wir wollen und vielleicht auch mit Eingangstests arbeiten, um sicherzustellen, dass Studierende bestimmte Fähigkeiten schon von vornherein haben.
Würde ich unterstützen, solange nicht irgendwelche weltfremden Mathematik-Tests herhalten müssen. Mir würde gefallen, wenn allgemein geprüft werden würde, wie Sozialkompetenz, Pünktlichkeit, Engagement usw. Kann aber auch schwierig sein.
Außerdem glaube ich, dass wir weniger Akademiker brauchen. Das ist allerdings eine gesellschaftliche Entwicklung, die damit anfängt, dass wir die Ausbildungsberufe ernst nehmen und ihnen den Respekt entgegenbringen, den sie verdienen. Es geht nicht um Studium oder kein Studium, sondern die Qualität der Ausbildung muss stimmen.
100%ig.
Das mit dem Finanzhaushalt ist übrigens ganz nah an Fake News. Hochschulen müssen wie es so schön heißt “die volle Kapazität an Studienplätzen ausschöpfen” und es gibt auch zig Anwälte, die sehr viel Werbung machen, dass du dich reinklagen kannst. Hochschulen können und dürfen also schlicht und einfach weniger Studis aufnehmen außer sie reduzieren massiv die Zahl des Lehrpersonals
Auch das mit den Eingangstests ist natürlich Quatsch, wenn man mal drüber nachdenkt: Wenn du einen Studiengang hast, der quasi die “Fortsetzung” eines Schulfaches ist, dann kannst du auch gleich die Schulnote des Faches nehmen und musst die Leute nicht kostspielig aus ganz Deutschland für so einen Test anreisen lassen. Hast du Fächer, deren Grundlagen auf Schulfächern aufbauen, dann kannst du auch die Schulnoten als Basis nehmen. Hast du Fächer, die überhaupt nicht auf Schulfächern aufbauen, dann kannst du von deinen Studis auch keine Vorkenntnisse erwarten, weil wo sollen die auch herkommen? Und wenn du den Schulnoten nicht traust, dann solltest du als Uni sehr vorsichtig sein, denn die Schulnoten kommen ja auch von anderen staatlichen Institutionen und wurden von Beamten erstellt.
Es sollten fachbezogene Tests sein. Alles andere ergibt keinen Sinn. Dein Mathetestbeispiel fällt unter die Rubrik “Scheinargument”.
Wer keinen Matheanteil im Studium braucht, benötigt keinen Mathetest, sondern andere Inhalte. Pünktlichkeit ist absurd.
Info bspw. benötigt sehr viel Mathe, da hast du dir wohl selbst ein Beim gestellt.
Für Psychologie wird es hingegen vielleicht weniger benötigt.Info bspw. benötigt sehr viel Mathe
Habe ich je etwas anderes behauptet? Ich glaube du interpretierst “weltfremd” falsch.
Mathe ist in der Informatik essentiell. Die Funktionsweise eines Computer basiert auf mathematischen Operationen. Alles richtig, da widerspreche ich keinesfalls.
Ich habe Mathe studiert und arbeite heute in der IT. Für 99.999999% der Informatiker reicht es aus die ersten ≈15 2er-Potenzen kennen. Wenn man dann noch mal davon gehört hat, dass eine Primfaktorzerlegung rechenintensiv ist, ist man gut dabei. Sahnehäubchen ist dann noch ne Logiktafel zu verstehen. Alles andere können Suchmaschinen oder der Rechner im OS. Und das sind alles Inhalte, die du auch in der Berufsschule lernst. Höhere Mathematik ist ultra-cool… aber nichts, was man in der IT benötigt (- mit ganz wenigen Ausnahmen)
Then again ist es ja eben auch genau so, dass auf den meisten Stellen, auf denen Informatiker sitzen, eigentlich auch ausgebildete Softwareentwickler und Systemintegrierer arbeiten könnten.
Die Informatik ist halt die Wissenschaft der Rechenmaschine. Ich brauche keine Computertheorie, wenn ich n gammeliges CRUD-Frontend bauen soll. Aber die Firmen wollen es so in ihren Ausschreibungen: hab hier gerade ne Ausschreibung der Bahn: man soll interne Prozesse in Low-Code digitalisieren, Voraussetzung Informatik. Warum?
Würde ich so unterschreiben. 👍
Würde ich unterstützen, solange nicht irgendwelche weltfremden Mathematik-Tests herhalten müssen. Mir würde gefallen, wenn allgemein geprüft werden würde, wie Sozialkompetenz, Pünktlichkeit, Engagement usw. Kann aber auch schwierig sein.
Exzellente Idee. Wenn Kompetenzen für ein fachliches Studium geprüft werden, auf keinen Fall die fachliche Eignung. Also gerne trotzdem
- die blöden Nerds ohne soziale Ader,
- die Leute die gestern noch bis 2 Getränke gezapft haben und deswegen heute früh ihre Bahn verpasst haben und
- die Sprallos die sich keine Zeit bei den Eltern im Tennisverein mit Zeugnis für Ehrenamt genommen haben
rauswerfen, die brauchen wir ja nicht.
Also du würdest für ein - sagen wir - Informatikstudium gerne weltfremde Mathematik-Tests durchführen? Gut. Du wirst damit aber viele exzellente Software-Entwickler aussieben.
Wer einmal (oder hin und wieder) die Bahn verpasst, hat kein Problem mit Pünktlichkeit. Wer ständig halb verschlafen eine halbe Stunde zu spät antritt, hat eines.
Mit Engagement meinte ich nicht den Tennisclub der Eltern, sondern das Engagement für das Studium oder den damit einhergehenden Beruf. Mehr zu tun als das benötigte Minimum ist nicht nur im Studium von Vorteil, sondern auch in vielen (wenn nicht allen) Jobs essentiell.
Früher bereiter heute breiter