Leute haben leider nicht verstanden es es bei “Nie wieder” nicht nur um den Mord an einer speziellen Gruppe geht sondern vor allem um die Ideologie welche dieses Verbrechen ermöglicht hat.
Letztendlich ist im Faschismus das Feindbild austauschbar. Damals waren es “die Juden”, “die Kommunisten/Sozialisten” und “die Zigeuner” (Juden hat es am schlimmsten erwicht, aber nicht vergessen das sie nicht die einzige Gruppe war die von den Nazis verfolgt und ermordet wurde).
Heute gesinnt sich noch “der Islamist” dazu aber eigentlich ist damit jeder mit leich getönter Haut und/oder muslimischen Glauben gemeint.
Ich hoffe das die Welt irgendwann stabieler wird und wirklich jede Form von Faschismus schmät. Weil wenn die Nazis egal wo die macht ergreifen ist es immer ein Würfelwurf wen es erwischt.
Um meinen rant abzuschließen: Ich stimme dem Herren 100% zu das Netanjahus verhalten zündeln am Pulverfass ist da leider nicht jeder vollständig zwischen religion, ethnie, staat und regierung unterscheidet und der Israelische Staatschef damit eigentlich eine besondere verantwortung hätte als botschafter für alle 4 gruppen aufzutreten.
In dem rbb-Interview erhob jedoch der Gedenkstätten-Leiter schwere Vorwürfe gegen die israelische Regierung: “Das habe ich noch nie erlebt und ehrlich gesagt, das möchte ich auch nie wieder erleben, tatsächlich gedrängt zu werden. Einem Enkel einer Holocaust-Überlebenden das Wort zu versagen, das ist wirklich das Schlimmste, was ich in 25 Jahren Gedenkstättenarbeit erlebt habe.”
Ein Sprecher der israelischen Botschaft sagte dem Magazin Spiegel: “Die Entscheidung, mit Omri Boehm einen Mann einzuladen, der Yad Vashem als Instrument politischer Manipulation bezeichnet, den Holocaust relativiert und sogar mit der Nakba verglichen hat, ist nicht nur empörend, sondern eine eklatante Beleidigung des Gedenkens an die Opfer.”
Nichts zeigt besser, dass man das Gedenken nicht politisch instrumentalisiert als einen Nachfahren von Holocaustüberlebenden aus einer Gedenkveranstaltung rauszudrängen.
Der in New York lehrende Boehm hat unter seinen Vorfahren selbst Holocaustüberlebende. Seine Thesen und Bücher, wie etwa “Israel - eine Utopie”, werden weltweit wahrgenommen, polarisieren aber auch. Der Philosoph vertritt eine kritische Haltung zur Regierung seiner Heimat Israel und zur dortigen Gedenkkultur.
Ebenjene “Gedenkkultur” die offenbar dazu dient, die Gegenwart zu rechtfertigen und die das Recht der Opfer und Nachfahren auf Anerkennung und Gedenken daran misst, wie ihre Gesinnung zum heutigen Staat Israel ist.
Boehm wurde 2024 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein Buch “Radikaler Universalismus” ausgezeichnet. In seiner Dankesrede forderte er im Namen der deutsch-israelischen Freundschaft auch harte Kritik aus Deutschland zum Nahost-Konflikt. Ihm zufolge gibt es Fehler auf allen Seiten.
Ich teile Boehms Sicht, dass die deutsche Haltung zu Israel, bestehend aus Verharmlosen, Verschweigen und unttätigem Zusehen sowohl für die Menschen in Israel, wie auch für alle Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa sehr viel Schaden anrichtet. Gerade wenn man sich den inzwischen offenen Schulterschluss zwischen europäischen Rechtsextremen, die oft harte antisemitische Haltungen vertreten, mit der Regierung Netanyahu ansieht, ist es umso gefährlicher, dass diese Netanyahu-Regierung auf das Gedenken in Buchenwald derart Einfluss nehmen kann.